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Vermehrung über Stecklinge

Chilipflanzen lassen sich durch Stecklinge vermehren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen ich mehr oder weniger Erfolg hatte. Eine davon ist frisch geschnittene Stecklinge in feuchte Steinwollwürfel zu stecken.

Alle drei Stecklinge der Annuum-Sorte Vicentes Annuum haben Wurzeln bekommen. Bei den beiden Stecklingen letzten hat es 5 Wochen gedauert. Unten im Wasser sind Wurzeln zu sehen, die aus den Steinwolle-Plugs heraus wachsen. Zum Schluss musste ich die Stecklinge allerdings per Blattdüngung versorgen. Während der eine Steckling gut durchkam und eine Woche früher Wurzeln als die anderen hatte, ist der erste Rocoto-Steckling relativ früh eingegangen. Der zweite Rocoto-Steckling wäre ohne Missgeschick wahrscheinlich nicht vertrocknet. Die beiden letzten Annuum-Stecklinge hatten die letzten zwei Wochen schon helle Blätter. Wie man sieht, sollte man nicht zu früh aufgeben. Die alten Blätter werden sie sicher bald verlieren. Es sind bereits neue Triebe zu sehen. Sie bleiben noch ein paar Tage in der Steinwolle stehen und werden mit Hakaphos-Lösung 0,5g/l versorgt bis noch mehr Wurzeln zu sehen sind. Danach kommen sie mit der Steinwolle in 13×13 Töpfe in Erde. Die Steinwolle kann ruhig dran bleiben.

Stecklinge Vicentes Annuum

Im Forum Chili-Pepper.de gibt es eine Anleitung und ein Thema zur Stecklingsvermehrung.

Vermehrung über Stecklinge

Chilipflanzen lassen sich durch Stecklinge vermehren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen ich mehr oder weniger Erfolg hatte. In dieser Anleitung stelle ich die Methode vor, mit der ich bisher eine hohe Erfolgsquote hatte. Abgewandelt funktioniert es in dieser Art auch mit Steinwollewürfeln.

Benötigt wird ein Kokostabs, ein Pikierstab oder Schaschlikspieß, eine Schere, ein scharfes Messer oder besser eine Rasierklinge,  eine kleine Schale mit lauwarmen Wasser zum Einweichen des Kokostabs, ein Minigewächshaus und natürlich eine Chilipflanze, von der ein Steckling geschnitten werden kann. Die Schneidewerkzeuge sollten desinfiziert werden.

Am besten ist es, zuerst alle Vorbereitungen zu treffen bevor der Steckling geschnitten wird. Die Zeit bis zum Einsetzen in den feuchten Kokostab muss so kurz wie möglich sein, damit die Schnittkante nicht oxidiert. Zuerst muss daher der Kokostab eingeweicht werden.

Kokostab einweichen
Kokostab einweichen

Mit dem Pikierstab (oder Schaschlikspieß) wird nun das Loch für den Steckling vorbereitet. Es darf ruhig ein wenig mehr Durchmesser als der Steckling haben. Das Kokos muss sowieso am Steckling nach dem Einsetzen angedrückt werden.

Loch für Steckling vorbereiten
Loch für Steckling vorbereiten

Als nächstes wird der Steckling ausgesucht und mit der Schere abgeschnitten. In diesem Fall ist es die Spitze des rechten Astes im Bild, die oberhalb des fünften Blattknotens (gezählt von der Spitze) abgeschnitten wird. Der Steckling hat also vier Blattknoten. Mehr sollten es nicht unbedingt sein, denn je größer der Steckling ist, desto schwieriger ist die Versorgung, da ja anfangs keine Wurzeln vorhanden sind. Der Steckling darf auch nicht zu groß für das Minigewächshaus werden. Ein oder zwei Blattknoten müssen aber mindestens vorhanden sein, da sich an diesen Stellen später neue Triebe bilden und so ein neues Astwerk entsteht. Der Stiel sollte auch noch grün, also nicht verholzt sein.

Steckling aussuchen
Steckling aussuchen

Blüten und evtl. beschädigte Blätter entfernt man vom frisch geschnittenen Steckling.

Blüten entfernen
Blüten entfernen

Da nun mittlerweile sicher die Schnittkante angefangen hat zu oxidieren und der Druck der Schere wahrscheinlich einen Teil der Leiterbahnen im Stiel zugedrückt hat, schneidet man nochmal mit dem Messer oder der Rasierklinge ein kleines Stücks des Stiels sauber ab. Dabei sollte man aufpassen, dass der Stiel noch lang genug für das Einsetzen in den Kokostab ist.

Sauberen Schnitt machen
Sauberen Schnitt machen

Den Steckling setzt man sofort in den eingeweichten und vorbereiteten Kokostab und drückt den Kokos am Stiel an. Gut eignet sich ein Pikierstab dafür.

Einsetzen und andrücken
Einsetzen und andrücken

Der Steckling hat nun nur noch ein kurzes Stück Stiel und die Blätter für die Wasserversorgung. Daher darf er die nächsten Wochen nicht austrocknen, die Temperatur darf weder zu hoch, noch zu niedrig sein, und die Verdunstung über die Blätter muss verhältnismäßig gering bleiben.

Unterhalb der normalen Zimmertemperatur dauert es lange bis sich erste Wurzeln bilden oder es gibt sogar keine Wurzelbildung. Gute Erfahrungen habe ich mit Temperaturen von um die 25°C oderknapp darüber gemacht. Zur Verhinderung der Austrocknung und zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kommt ein aus mehreren Lagen Zewa gefaltetes feuchtes Kissen unten ins Minigewächshaus. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wird der Steckling auch über die Blätter mit Wasser versorgt.

Tab auf feuchtem Zewa im Mini-GWH
Tab auf feuchtem Zewa im Mini-GWH

Das Minigewächshaus sollte ab jetzt so hell wie möglich stehen, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit es sich nicht zu stark aufheizt. In meinem Chilihaus unter der Roleadro (einen Test der Roleadro gibt es hier) sind diese Bedingungen erfüllt. Ein Standort an einem hellen Fenster würde es auch tun, aber an meinem Südfenster ist die Sonneneinstrahlung zu stark.

Steckling unter Kunstlicht
Steckling unter Kunstlicht

Nach mehreren Wochen sollten die ersten Wurzeln aus dem Tab heraus wachsen. Das Kokostab setzt man dann in einen kleinen Topf mit Blumenerde.

Weiteres zum Thema Vermehrung über Stecklinge: Candlelight-Mutant über Stecklinge vermehrt

Candlelight-Mutant über Stecklinge vermehrt

In einem Versuch habe ich ausprobiert, ob bei den sehr filigranen Candlelight-Mutanten auch eine Vermehrung über Stecklinge funktioniert. Mit folgender Methode wurde vorgegangen:

Kokostab einweichen, Loch hinein stechen, kleinen Steckling schneiden mit zwei oder drei Blattknoten und einer Verzweigung, sauber vor einem Knoten schneiden und sofort in den Tab oder Würfel stecken, in der Nähe des Stiels etwas andrücken.

Evtl. entfernt man noch die Blüten und einzelne Blätter. Wichtig ist nun eine hohe Luftfeuchtigkeit, genug Licht und weder zu kühle noch zu warme Temperatur. Daher stellte ich die Tabs in ein kleines Minigewächshaus, legte noch ein feuchtes Zewa unter die Tabs, beleuchtete es mit LED-Licht (Chilihaus mit Roleadro und Sanlight M30) und hielt die Temperatur bei ungefähr 25°C. Innerhalb von ca. 3 Wochen sah man erste Wurzelspitzen aus dem Tab wachsen. Während der Zeit im Minigewächshaus wurde nur Wasser nachgegossen, sonst nichts.

Von den Tabs entfernte ich das Vlies und setzte die bewurzelten Steckling mit Tab in Blumenerde.

Candlelight-Mutant-Steckling
Candlelight-Mutant-Steckling

Candlelight-Mutant-Steckling

Candlelight-Mutant-Steckling

Candlelight-Mutant-Steckling
Candlelight-Mutant-Steckling