Wasseraufbereitung mit Tischwasserfilter?

Sehr hartes Leitungswasser zum Gießen von Pflanzen kann zum Problem werden. Es bilden sich teilweise Kalkablagerungen auf der Erde und an den Topfrändern, und auf Dauer erhöht sich der pH-Wert der Erde ins alkalische. Chilipflanzen mögen lieber einen leicht sauren Boden. Besonders beim Düngen von Chili-Jungpflanzen sollte man bei der Düngedosis berücksichtigen, dass durch die Wasserhärte die Mineralienkonzentration im Wasser bereits recht hoch ist. Da liegt der Gedanke nicht fern, die Wasserhärte zu reduzieren. Doch ist Wasser aus z.B. einen Tischwasserfilter von Britta als Gießwasser geeignet?

Welches Ionentauscherprinzip genau verwendet wird, ist auf der Internetseite von Britta nicht zu erfahren. Nach dem Kochen des gefilterten Wassers sind keine neuen Kalkablagerungen im Wasserkocher zu sehen. Der Kalk muss also aus dem Wasser entfernt worden sein. Gegen den Einsatz spricht jedenfalls der geringe Wasserdurchsatz.

Eine Messung ergab einen EC von ca. 0,75 des unbehandelten Leitungswassers. Das mit dem Tischwasserfilter mit nach Herstellervorschrift neu eingesetzter Kartusche behandelte Wasser hatte einen EC von ca. 0,58. Der Filter entfernt also nur einen kleinen Teil der Ionen aus dem Wasser. Das spricht für die Verwendung eines einfachen Ionentauscherprinzips, welches die Calcium-Ionen nicht entfernt, sondern gegen andere Ionen austauscht. Dass der EC etwas durch die Behandlung sinkt, kann durch die im Filter enthaltene Aktivkohle erklärt werden, die einen Teil der Stoffe aus dem Wasser aufnimmt.

Ein solcher Tischwasserfilter ist für die Aufbereitung des Gießwassers nicht geeignet, denn der EC des Gießwassers wird nur unwesentlich reduziert und der Wasserdurchsatz ist gering. Weiterhin enthält der Filter Silberverbindungen, die Keime im Wasser abtöten sollen. Ein neuer Filter kann diese in geringen Mengen an das Wasser abgeben. Für den menschlichen Verzehr ist das unbedenklich. Das mit dem Filter behandelte Gießwasser kann aber nützliche Bakterien in der Erde abtöten, die organische Stoffe pflanzenverfügbar machen.

Um den Calciumbedarf der Pflanzen zu decken, sollte man die Wasserhärte nur teilweise reduzieren. Das Leitungswasser kann z.B. mit Regenwasser, destilliertem Wasser oder anderem, weichen Wasser gemischt werden bis es eine mittlere Wasserhärte hat. Tischwasserfilter wie z.B. den von Britta sollte man dazu nicht verwenden.

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